Wakultschik, Maxim - Düsseldorf

Kategorie: Künstler
Ausstellung: wirklich nicht wirklich (3.5.-3.6.2012)

Adresse

Maxim Wakultschik, Krahestr. 43, 40233 Düsseldorf 0211 33 58 51
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Vita
1973                geb. in Minsk, Weißrussland 
1992-2000       Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Jannis Kounellis                            
lebt und arbeitet in Düsseldorf

Preise/Stipendien
2009      Kunstpreis Licht 2009, „Switch On!“, Gräfelfing
2006      „Kunstpreis Wesseling“
2005      Preis der PSD Bank, Rhein-Ruhr
2001      Kunstpreis der Sparkasse Bayreuth
              Preis für junge Kunst der Stadtwerke Herne AG
              „Emprise Art Award 2001", NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf
2000      Kö-Galerie Preis, Düsseldorf
              Caspar-von-Zumbusch-Preis, Herzebrock-Clarhorst
1987      „Unionswettbewerb", 3. Preis, Moskau

Einzelausstellungen
2012       Museum Kunstsammlungen der Stadt Limburg, Limburg (Katalog)
               
Kunstverein Barsinghausen (Katalog)
2011       
Galerie an der Pinakothek der Moderne, München
               Turmgalerie im Schoss Augustusburg
               
Städtische Galerie Petershagen
2010      Künstlerloge, Ratingen
              von Fraunberg Art Gallery, Düsseldorf 
              Kunstverein Oberhausen
2009      Galerie Anya Tish, Houston, Texas, USA (Katalog)
              von Fraunberg Art Gallery, Düsseldorf 
2007      Galerie Burkhard Eikelmann, Düsseldorf  (Katalog)
              Kunsthalle „Neufer am Park“, Pirmasens
2006      Kunstraum „Glashaus“, Düsseldorf
              Galerie Anya Tish, Houston, Texas, USA (Katalog)

Ausstellungsbeteiligungen in
Crans-Montana, Schweiz – mehrfach Düsseldorf (Kataloge) – Mechelen, Belgien (Katalog) – Moers (Katalog) – Halle (Katalog) – Taipeh, Taiwa – Gräfelfing (Katalog) – Peking (Katalog) – Białystok, Polen (Katalog) – Kiev, Ukraine – Wesseling (Katalog) – Duisburg – Hagen – Ingolstadt (Katalog) – Solingen – Dinslaken  

Zugfenster
Ich fahre seit 16 Jahren in meine Heimat nach Weißrussland, in einem Ost-West-Zug über Moskau. Die Idee zu der Werkserie „Zugfenster“ entstand 2006 auf einer solchen Fahrt. Ich sah am Abend auf einem Bahnhof einen gegenüberstehenden Ost-West-Zug mit den leuchtenden Fenstern. In einem Fenster waren zwei Jugendliche zu sehen. Die Szene wirkte wie ein fertiges Gemälde. Die Haltungen, die Atmosphäre, Licht und Schatten, die harmonierende, starke, in gelb-grünen Tönen leuchtende Farbe. Es wirkte sehr klassisch, wie ein altmeisterliches Gemälde. Dazu wirkte das Bild durch die konstruktiven Fenster wie fertig gerahmt.
Als ich meine Kamera holen wollte, um das Motiv festzuhalten, war alles vorbei. Die Leute hatten sich bewegt, hatten mich gesehen und alles war wie gestellt, künstlich. Aber das Gefühl und die Wirkung dieser Szene behielt ich in meinem Kopf für immer.
Ich hatte nur dieses Gefühl von einem Bild, sehr leuchtend, geheimnisvoll, außergewöhnlich gerahmt, eine Illusion an der Wand. Ein Fenster, das mit seiner Wirkung die starre Wand öffnet, durchbricht. Zeitfenster in eine andere Dimension, in einen anderen Raum.
Aber wie soll es gemalt werden? Muss ich meinen Stil ändern? Die Phase des Überlegens dauerte zwei Jahre. Nach ein paar Versuchen entschied ich mich für eine klassische realistische Malerei in einem Rahmen aus Aluminium, kühl, technisch, clean, modern. Er ist ein Teil des Bildes und erhöht die Spannung durch den Gegensatz zum intimen Moment der Malerei.
Ich reduzierte Details und unwesentliche Teile im Bild, um die Wirkung und Aussage zu verstärken. Nach der richtigen Farbe wurde so lange gesucht, bis sie im Bildgefüge „stimmte“ und leuchtete.
Wenn ich jemandem erzähle, ich male gerade Zugfenster, denken viele sofort an vorbeirauschende Landschaften, Städte, alles verwischt, also einen Blick nach Außen. Bei mir ist es umgekehrt. Der Blick ist von außen nach innen gerichtet, in Ruhe und Nachdenklichkeit.
Die Zugfenster geben einen Einblick in die Conditio humana: Reisen, Unterwegssein, Herkommen, Ziel und Zukunft, alt und jung, Innehalten, Erwartungen, Zeit. Die Bilder werden zum Zeichen für Umgreifendes und ziehen den Betrachter hinein, jeden auf seine individuelle Weise.
Die Menschen sind neugierig und lieben es, in fremde Fenster zu blicken, projizieren dann den gesehenen intimen Augenblick in sich selbst, in ihre Erinnerungen und ihre Hoffnungen. So erzählen die Zugfenster Geschichten, jedem Betrachter seine Geschichte.
(Maxim Wakultschik, 2009)