Ameisen

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Die Enfants Terribles verstehen sich, wie es der Provokateur Jonathan Meese tat, als "Ameisen der Kunst". Und sie wollen damit sagen, dass sie unermüdlich ihrem Schaffensdrang nachgehen und dass sie unverdrossen ihrer selbstgeschaffenen Spur nachgehen. 

So haben sie seit ihrem Erstauftritt mit den Spinnenkindern vor der Hamburger Kunsthalle im Jahre 2012 schon viele gemeinsame Ausstellungen gestaltet. Hinzu kommen ihre früheren je eigenständigen Ausstellungen mit Installationen und Collagen (Nana Bastrup) und mit Landschafts- und Städtemalerei (Matvey Slavin, zuletzt zusammen mit der Gruppe "Norddeutsche Realisten") - eine Eigenständigkeit, die sie neben ihrem Schaffen als Enfants Terribles nicht aufgeben werden. 

Die Ameisen kamen erstmals zur Feier ihres Einzugs ins Künstlerhaus Meinersen zum Einsatz, wo sie zur Zeit als Stipendiaten der Stiftung Bösenberg leben und arbeiten. Man sieht es an dem größten der Ausstellungs-Banner mit dem schwittersverdächtigen Titel "Der Kritiker". 

Denn dort in Meinersen warf ihnen ein "Kritiker" vor, mit den Ameisen begingen sie ein Plagiat. Natürlich haben schon andere Künstler Ameisen dargestellt, wie die vier Beispiele der Spanier Luis Bunuel und Salvadore Dalí (Still aus "Der andalusische Hund", 1929) des Holländers Maurits Cornelis Escher, des Chinesen Chen Zhiguang ("Zeitalter der Migration") und der Koreanerin Ankabuta zeigen. Und natürlich habe schon andere Künstler Krabbeltiere an Gebäuden hochkrabbeln lassen. Es kommt aber auf den Zusammenhang an. Und hier gehören sie zu einer unverwechselbaren Rauminstallation.