zu »Alles super?«

Die Ausstellung »Alles super?« müsste eigentlich jungen Leuten gut gefallen. Sie kommt schrill und schick daher, enthält in den dargestellten Figurationen viel Spaß an der Begegnung mit Bekannten aus der Welt der Comics und des Films und will doch und gerade damit Diskussionen über die Befindlichkeit in unserer Gesellschaft anzetteln; denn sie thematisiert letztlich infantile Sehnsüchte und diffuse Ängste. 

Die Ausstellung empfiehlt sich in besonderem Maße für die Klassen der weiterführenden Schulen, und dies durchaus nicht nur für den Kunstunterricht. Für den aber bietet sich diesmal als zentrales Thema an:

  • Figuration und Abstraktion
  • Die Bildsprache der Comics/ der Werbung/ des Traums

Es gibt vielerlei Anknüpfungspunkte für den Deutsch- und Sprachenunterricht sowie für alle gesellschaftrelevanten Fächer. 

  • Darf ein Jesusbild in einer Reihe mit Miraculix und Lena hängen? 
  • Welches Frauenbild findet sich in der Darstellung des Malers wieder? 
  • Was ist Kitsch? 
  • Warum hängen wir uns solche Poster in unser Zimmer? 
  • Was bedroht unser Wohlgefühl in Deutschland? 
  • Brauchen wir Helden? 
  • Warum lieben wir Teddys und warum Tiger? 
  • Was unterscheidet unsere Spiezeugwelt von derjenigen der Füchtlinge und Migranten? 
  • Was sind unsere Ängste und was die der anderen? 
  • Ein/e deutsche/r und Schüler/in und eine/r aus dem Ausland führen durch die Ausstellung und setzen ihre Schwerpunkte.
  • Ein besonderes Angebot für Integrationsklassen: Flüchtlinge malen in der Ausstellung an Staffeleien ihr Gegenbild: ihre Identifikationsfiguren, ihre Ängste!

Der Kunstverein bietet zusammen mit der Kunstschule Noa Noa einen außerschulischen Lernort ganz in der Nähe. 
Schauen Sie sich selbst in der Ausstellung um, bevor Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern kommen. Oder kommen Sie gar zur Eröffnung am Fr., 29. April um 18:00 Uhr. Wir haben den hannoverschen Starkritiker Michael Stoeber für die Einführung gewinnen können.

Hier ist der Text, den Friedrich Holtiegel für den Katalog geschrieben hat.